TesseraKolosseum und Forum besuchen

Die Geschichte des Kolosseums in Kürze

Kurz gesagt: Kaiser Vespasian begann den Bau um 70–72 n. Chr., sein Sohn Titus eröffnete ihn 80 n. Chr. mit hundert Tagen Spielen. Der eigentliche Name war Flavisches Amphitheater. Rund vier Jahrhunderte fanden hier Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen statt; danach diente es als Wohnraum, Festung und Steinbruch, bevor es als Denkmal geschützt wurde.

Ein politisches Bauwerk

68 n. Chr. starb Nero, und Rom erlebte ein Jahr Bürgerkrieg. Der Sieger Vespasian gründete die neue Dynastie der Flavier und musste zeigen, dass er ganz anders war als Nero. Nero hatte einen riesigen Teil der Innenstadt für seinen Privatpalast, das Goldene Haus, mit einem künstlichen See in der Mitte beansprucht. Vespasian legte den See trocken und baute dort ein öffentliches Amphitheater für das Volk – Geschenk und Botschaft zugleich.

Ein Großteil des Geldes und der Arbeitskraft stammte aus dem Jüdischen Krieg: Titus hatte 70 n. Chr. Jerusalem geplündert, und eine rekonstruierte Weihinschrift legt nahe, dass der Bau aus der Beute bezahlt wurde.

In etwa zehn Jahren gebaut

Die Außenmauer besteht aus Travertin, einem Kalkstein aus Brüchen bei Tivoli, zusammengehalten von Eisenklammern statt Mörtel. Innen Ziegel, Tuff und Beton. Es fasste rund 50.000 Zuschauer, streng nach Rang gesetzt, und ein Sonnensegel, das Velarium, ließ sich über Teile der Ränge ziehen.

Warum „Kolosseum“?

Die Römer nannten es Flavisches Amphitheater oder einfach das Amphitheater. Der Name Kolosseum taucht im Mittelalter auf und geht höchstwahrscheinlich auf den Koloss zurück, eine riesige Bronzestatue Neros, die daneben stand und später dem Sonnengott geweiht wurde. Ihr Sockel war bis in die 1930er-Jahre zu sehen.

Vier Jahrhunderte Spiele

Ein typischer Tag begann morgens mit Tierhetzen, mittags folgten Hinrichtungen, nachmittags Gladiatorenkämpfe. Für die Zuschauer waren die Spiele kostenlos, der Kaiser zahlte. Gladiatorenkämpfe verschwanden im 5. Jahrhundert, als das Reich christlich und ärmer wurde; Tierhetzen hielten sich länger – die letzten überlieferten fanden 523 statt.

Von der Arena zum Steinbruch

Nach dem Ende der Spiele nutzte man das Gebäude, wie es gerade passte. In die Bögen wurden Häuser und Werkstätten gebaut; im 12. Jahrhundert machte die Familie Frangipane eine Festung daraus. Ein schweres Erdbeben 1349 brachte große Teile des südlichen Außenrings zum Einsturz, und jahrhundertelang wurde der herabgefallene Stein für Kirchen und Paläste in ganz Rom abtransportiert.

Die Löcher in den Mauern stammen nicht von den Spielen: Sie entstanden im Mittelalter, als man die Eisenklammern zwischen den Blöcken herausbrach, um das Metall wiederzuverwenden.

Als Denkmal gerettet

1749 weihte Papst Benedikt XIV. das Kolosseum dem Andenken christlicher Märtyrer und beendete damit den Steinraub – obwohl es keine verlässlichen Belege gibt, dass hier tatsächlich Christen getötet wurden. Im 19. Jahrhundert ließen die Päpste die großen Ziegelstützpfeiler errichten, die bis heute die Enden der erhaltenen Außenmauer halten. Das Hypogäum wurde seit dem 19. Jahrhundert schrittweise freigelegt, die Fassade 2013–2016 gereinigt.

Aktualisiert 2026-10-27